Forschung

Forschungsprofil: Theoretische Grundlagen, empirische Forschung und Anwendung

Meine Forschung verbindet linguistische, psycholinguistische, psychologische und gesundheitswissenschaftliche Perspektiven. Im Mittelpunkt stehen Fragen der sprachlichen und kommunikativen Entwicklung, der Diagnostik und Intervention sowie der Gestaltung verständlicher und partizipativer Bildungs- und Versorgungsprozesse.

Ein langjähriger Forschungsschwerpunkt liegt auf der Entwicklung semantisch-lexikalischer Fähigkeiten, insbesondere auf den Mechanismen des Wortlernens, der modellgeleiteten Diagnostik lexikalischer Auffälligkeiten und der empirischen Untersuchung sprachlicher Förder- und Interventionsansätze. Die Arbeiten reichen von theoretischen und diagnostischen Grundlagen über eine empirische Dissertation zur Wortschatzförderung bei früh sukzessiv deutschlernenden Kindern bis zu aktuellen Untersuchungen unterschiedlicher Interventionsbedingungen und lexikalischer Entwicklungsprofile.

Ein weiterer Schwerpunkt umfasst die Gesundheitskompetenz, professionelle Kommunikation und familienzentrierte Versorgung. Im Forschungsprojekt EGUBE werden Erfahrungen und Informationsbedarfe von Eltern sowie die Zugänglichkeit und Koordination therapeutischer Versorgungsangebote untersucht. Daran schließen Arbeiten zur professionellen Gesundheitskompetenz, Verständnissicherung und partizipativen Kommunikation in den Therapieberufen an.

Methodisch umfasst meine Forschung quantitative und interventionsbezogene Untersuchungen, qualitative Interviews und Inhaltsanalysen sowie interdisziplinäre Befragungsstudien. Theoriegeleitete Fragestellungen, methodische Transparenz und evidenzbasierte Praxis bilden dabei wesentliche Grundlagen.

Ziel meiner Forschung ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse über Sprache, Entwicklung und Kommunikation zu gewinnen und daraus empirisch fundierte Impulse für Diagnostik, Intervention, professionelle Beratung, Versorgung und Lehre abzuleiten.


Forschungsschwerpunkte

Sprache, Kognition und Entwicklung

Dieser Schwerpunkt widmet sich dem Spracherwerb, dem Wortlernen und individuellen Unterschieden in sprachlichen Entwicklungs- und Lernprozessen. Dabei werden linguistische und psycholinguistische Modelle zur Erklärung sprachlicher Erwerbsprozesse herangezogen.

Meine Forschung verbindet linguistische und psycholinguistische Modelle mit empirischen Fragestellungen der Sprachentwicklungs- und Interventionsforschung. Ziel ist es, sprachliche Erwerbsprozesse besser zu verstehen und wissenschaftlich begründete, differenzielle Ansätze der Diagnostik und Förderung beziehungsweise Therapie zu entwickeln.

Gesundheitskompetenz und professionelle Kommunikation

Dieser Forschungsschwerpunkt untersucht die Bedeutung von Gesundheitskompetenz und Kommunikation für professionelles Handeln im Gesundheitswesen.

Im Fokus stehen die professionelle Gesundheitskompetenz von Fachpersonen, die verständliche und empathische Vermittlung von Informationen, Beratung, Verständnissicherung sowie die Beteiligung von Patient:innen und Angehörigen an gesundheitsbezogenen Entscheidungen.

Die Forschung verbindet gesundheitswissenschaftliche, psychologische und kommunikationswissenschaftliche Perspektiven und zielt auf die empirisch fundierte Weiterentwicklung professioneller Kompetenzen und gesundheitsbezogener Kommunikationsprozesse.

Versorgungsforschung und evidenzbasierte Praxis

Dieser Schwerpunkt beschäftigt sich mit der Gestaltung und Qualität professioneller Versorgung, insbesondere mit Versorgungspfaden, institutionellen Übergängen, interprofessioneller Zusammenarbeit und personen- beziehungsweise familienzentrierten Ansätzen.

Ausgehend von empirischen Untersuchungen zu Erfahrungen und Unterstützungsbedarfen von Familien werden Fragen des Zugangs, der Orientierung und der Beteiligung im Versorgungssystem untersucht.

Eine ergänzende Perspektive bilden die evidenzbasierte therapeutische Praxis, Clinical Reasoning und professionelle Entscheidungsprozesse. Dabei interessieren mich insbesondere die Zusammenführung wissenschaftlicher Evidenz, diagnostischer Informationen, professioneller Expertise und individueller Bedürfnisse sowie deren Bedeutung für die Qualität therapeutischer Entscheidungen.


Ausgewählte wissenschaftliche Publikationen

Wortschatzintervention im frühen sukzessiven Deutscherwerb

Rupp (angenommen) | Empirische Originalarbeit | LOGOS

In einer explorativen, itembezogenen Innersubjektstudie mit acht früh sukzessiv deutschlernenden Kindern wurden semantisch und phonologisch fokussierte Interventionsbedingungen mit einer Kontrollbedingung verglichen. Beide Interventionsbedingungen zeigten gegenüber der Kontrollbedingung höhere Lernzuwächse. Zwischen den beiden Interventionsansätzen ergab sich kein statistisch signifikanter Unterschied.

Die Untersuchung liefert erste empirische Hinweise zur differenzierten Gestaltung der Wortschatzförderung und knüpft an meine modellgeleitete Forschung zur semantisch-lexikalischen Entwicklung an.

s. Publikationsübersicht

Wortschatzförderung bei früh sukzessiv deutschlernenden Kindern – Eine modellgeleitete empirische Untersuchung | Rupp (2021) | Empirische Dissertation

Die modellgeleitete empirische Untersuchung verbindet psycholinguistische Grundlagen des Wortlernens mit der Entwicklung und Untersuchung sprachlicher Förderansätze bei früh sukzessiv deutschlernenden Kindern. Sie bildet eine wesentliche Grundlage meiner weiterführenden Forschung zur semantisch-lexikalischen Entwicklung und Intervention.

Zur Publikation (DOI): https://doi.org/10.2370/9783844076080

KI-gestützte Anamnesegespräche in Gesundheitsstudiengängen

Rädel-Ablass et al. (2025) | Empirische Originalarbeit | BMC Medical Education | Open Access

In einem interdisziplinären Forschungsprojekt wurde der Einsatz KI-basierte Patient:innenmodelle zum Training von Anamnesegesprächen in Gesundheitsstudiengängen untersucht. Eine quantitative Studierendenbefragung erfasste unter anderem die wahrgenommene Realitätsnähe, fachliche Angemessenheit und Akzeptanz der virtuellen Gesprächssimulationen.

Die Ergebnisse zeigen überwiegend positive Bewertungen und verdeutlichen das Potenzial KI-gestützter Lernumgebungen für die praxisnahe Übung professioneller Gesprächsführung. Die Untersuchung liefert damit Erkenntnisse zur Weiterentwicklung digitaler und interprofessioneller Lehr-Lern-Formate in den Gesundheitsberufen.

Zur Originalpublikation (Open Access): https://doi.org/10.1186/s12909-025-06756-0

Elternperspektiven auf therapeutische Versorgungswege – Forschungsprojekt EGUBE

Rupp & Schwendemann (2026) | Qualitative empirische Originalarbeit | PLOS ONE

In einer qualitativen Interviewstudie wurden die Erfahrungen von acht Müttern mit den Versorgungs- und Unterstützungswegen ihrer Kinder bei sprachlichen und entwicklungsbezogenen Auffälligkeiten untersucht. Im Mittelpunkt standen die Orientierung im Versorgungssystem, institutionelle Übergänge, professionelle Kommunikation sowie die von den Müttern wahrgenommenen Belastungen und Unterstützungsbedarfe.

Die Ergebnisse verdeutlichen insbesondere die hohen Anforderungen an die eigenständige Navigation und Koordination therapeutischer und weiterer Unterstützungsangebote. Die Studie ist Teil des Mixed-Methods-Forschungsprojekts EGUBE und liefert empirische Erkenntnisse für die Weiterentwicklung familienzentrierter und koordinierter Versorgungsstrukturen.

Zur Originalpublikation (Open Access): https://doi.org/10.1371/journal.pone.0357294


Fachwissenschaftliche Grundlagen und internationale Perspektiven

Semantisch-lexikalische Störungen bei Kindern

Rupp & Ehl (2025) | Wissenschaftliches Fachbuch | Springer, Praxiswissen Logopädie | 2., vollständig überarbeitete Auflage

Das Fachbuch verbindet linguistische, psycholinguistische und entwicklungspsychologische Grundlagen der Wortschatzentwicklung mit der Diagnostik und Therapie semantisch-lexikalischer Entwicklungsstörungen bei Kindern. Im Mittelpunkt stehen die modellgeleitete Diagnostik, evidenzbasierte Therapieansätze sowie die theoriegeleitete Planung und Gestaltung sprachtherapeutischer Interventionen.

Die vollständig überarbeitete zweite Auflage berücksichtigt aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und erweitert die Darstellung um die Besonderheiten semantisch-lexikalischer Störungen bei Mehrsprachigkeit. Das Werk knüpft an die 2013 erschienene erste Auflage an und dokumentiert die kontinuierliche wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Entwicklung, Diagnostik und Therapie semantisch-lexikalischer Fähigkeiten.

Zum Fachbuch bei Springer: https://doi.org/10.1007/978-3-662-71060-9

Modellgeleitete Diagnostik bei kindlichen lexikalischen Störungen

Rupp (2008) | Empirische Diplomarbeit und Preisschrift – Monografie | Schulz-Kirchner | dbl-Forschungspreis 2007

Die Untersuchung befasst sich mit der modellgeleiteten Differenzialdiagnostik semantisch-lexikalischer Entwicklungsstörungen bei Kindern. Auf der Grundlage psycholinguistischer Modelle wurden unterschiedliche Störungsschwerpunkte theoretisch abgeleitet, ergänzende diagnostische Verfahren entwickelt und empirisch untersucht.

Die Ergebnisse lieferten Hinweise auf differenzierbare Störungsprofile und verdeutlichten die Bedeutung einer theoriegeleiteten Diagnostik für die Planung spezifischer sprachtherapeutischer Interventionen. Die mit dem dbl-Forschungspreis 2007 ausgezeichnete Arbeit bildet eine wesentliche Grundlage meiner weiterführenden Forschung zur semantisch-lexikalischen Entwicklung, Diagnostik und Intervention.

Zur Buchvorschau:  308.pdf

Zum wissenschaftlichen Fachartikel (Rupp et al., 2007): https://doi.org/10.5281/zenodo.20023598

Professionelle Gesundheitskompetenz in den Therapieberufen – Internationale Perspektiven

Wieser et al. (2026) | Internationaler peer-reviewter Perspective-Artikel | Discover Public Health | Open Access

Der Beitrag einer interprofessionellen europäischen Arbeitsgruppe beschreibt und vergleicht die Rahmenbedingungen und die curriculare Verankerung professioneller Gesundheitskompetenz in der Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz.

Auf Grundlage nationaler Rahmenbedingungen, vorhandener wissenschaftlicher Erkenntnisse und institutioneller Erfahrungen werden Unterschiede und Entwicklungsbedarfe aufgezeigt. Im Mittelpunkt stehen insbesondere die verständliche Vermittlung gesundheitsbezogener Informationen, die Förderung gemeinsamer Entscheidungsfindung und die systematische Integration professioneller Gesundheitskompetenz in die Ausbildung der Therapieberufe.

Der internationale Beitrag bildet einen konzeptionellen Bezugspunkt meiner weiterführenden empirischen Forschung zur professionellen Gesundheitskompetenz. Diese wird unter anderem in der gemeinsam mit Prof. Dr. Hanna E. Schwendemann geleiteten bundesweiten Studie ELPpGK untersucht.

Zur Originalpublikation (Open Access): https://doi.org/10.1186/s12982-026-01653-3


Forschungsprojekte

Laufende Forschungsprojekte

ELPpGK – Professionelle Gesundheitskompetenz in Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie

Seit 2026 | Projektleitung gemeinsam mit Prof. Dr. Hanna E. Schwendemann

Die bundesweite Studie untersucht die professionelle Gesundheitskompetenz in drei Therapieberufen. Im Fokus stehen die Verarbeitung und Bewertung gesundheitsbezogener Informationen sowie deren verständliche Vermittlung, Beratung und Verständnissicherung. Ziel ist es, empirisch fundierte Erkenntnisse für die Weiterentwicklung professioneller Kompetenzen und die Aus- und Weiterbildung in den Gesundheitsberufen zu gewinnen.

Ethikvotum liegt vor; Studienregistrierung: DRKS00040283.

Lexikalische Entwicklung und Wortlernen

Fortlaufende Forschungslinie

Im Mittelpunkt stehen der kindliche Wortschatzerwerb, individuelle Unterschiede im Wortlernen sowie die modellgeleitete Diagnostik und Intervention bei semantisch-lexikalischen Entwicklungsstörungen. Aktuelle Arbeiten untersuchen unter anderem die Wirksamkeit semantischer und phonologischer Unterstützungsformen beim Wortlernen sowie individuelle Erwerbsverläufe.

GISKID-Elterntrack – Elternperspektiven bei Sprachentwicklungsstörungen

Seit 2026 | Projektleitung: Prof. Dr. Stephanie Rupp

Im Rahmen des GISKID-Elterntracks werden Erfahrungen, Informations- und Unterstützungsbedarfe sowie Beteiligungsmöglichkeiten von Eltern und Sorgeberechtigten von Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen untersucht. Ziel ist es, Elternperspektiven systematisch sichtbar zu machen und Erkenntnisse für die Weiterentwicklung von Beratung, Information und familienzentrierter Versorgung abzuleiten.

Institutioneller Kontext: GISKID e. V.

Abgeschlossene Forschungsprojekte

EGUBE – Eltern gut begleitet?

2023–2025 | Projektleitung gemeinsam mit Prof. Dr. Hanna E. Schwendemann

Das Versorgungsforschungsprojekt untersucht die Erfahrungen von Eltern entlang therapeutischer Versorgungspfade ihrer Kinder. Im Fokus stehen Zugangsbarrieren, Orientierung im Versorgungssystem, institutionelle Übergänge, professionelle Kommunikation und Unterstützungsbedarfe von Familien.

Die Ergebnisse sind unter anderem in einem internationalen, peer-reviewten Originalartikel in PLOS ONE veröffentlicht.

Förderung: IU Research Incubator.

https://doi.org/10.1371/journal.pone.0357294

https://www.iu.de/forschung/projekte/egube

KI-PATIENT-IPL – KI-basierte Patient:innenmodelle für interprofessionelles Lernen

2023–2025 | Co-Projektleitung

Im Projekt wurden KI-basierte Patient:innenmodelle für simulationsgestützte Lehr- und Lernformate in Gesundheitsstudiengängen entwickelt und wissenschaftlich begleitet. Im Mittelpunkt standen professionelle Gesprächsführung, interprofessionelles Lernen und die Reflexion komplexer Handlungssituationen.

Förderung: IU Research Incubator.

Drittmittel, Stipendien und Auszeichnungen

https://www.iu.de/forschung/projekte/ki-patient-ipl/

Die folgende Übersicht dokumentiert ausgewählte Forschungsförderungen, Stipendien und weitere Fördermaßnahmen.

 Meine wissenschaftliche Tätigkeit wurde durch kompetitiv eingeworbene Projektförderungen, Promotions- und Karriereförderprogramme sowie wissenschaftliche Auszeichnungen unterstützt.

JahrProjekt (Rolle)FördergeberArt der Förderung Zeitraum
2023-2025Projekt „Eltern gut begleitet?“ (EGUBE)
iu.de/forschung/projekte/egube/ (Projektleitung)
IU Incubator-FörderungPersonal-/Sachmittel und Deputatserlass2 Jahre
2023-2025KI & interdisziplinäre Lehre & Gesprächsführung (KI-Patient-IPL)
iu.de/forschung/projekte/ki-patient-ipl/
IU Incubator-FörderungPersonal-/Sachmittel und Deputatserlass2 Jahre
2021Versorgungsforschungsprojekt
(Pilotstudie EGUBE)
iu.de/forschung/projekte/egube/ (Projektleitung)
IU Umbrella-Förderung des Fachgebietes GesundheitDeputatserlass6 Monate
2021-2025MUT-Programm
MuT – Mentoring und Training – LaKoG – Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten an den wissenschaftlichen Hochschulen Baden-Württembergs
LaKoG Baden WürttembergMentoring-
und Trainingsprogramm
variabel
2019ReisemittelstipendiumBundesverband für klinische Linguistik (BKL)Reisekostenzuschusseinmalig
2018-2019Stipendium Professorinnenprogramm II des Bundes
Professorinnenprogramm – BMBF
Universität Mannheim/ BMBFKarriereförderung1 Jahr
2017-2018Promotionsstipendium der Landesgradiuiertenförderung (LGF)
Landesgraduiertenförderung | Universität Mannheim
Land Baden-WürttembergPromotionsförderung 1,5 Jahre
2017Summerschool-Stipendium
Flyer_SummerSchool_2017.pdf
Bundesverband für klinische Linguistik (BKL)Reisekosten- und Teilnahmezuschusseinmalig
2007Forschungspreis
Wissenschaftspreise – dbl – Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V.
Deutscher Bundesverband für Logopädie (DBL) und Schulz Kirchner VerlagPreisgeld + Publikationeinmalig