Über mich

Mein beruflicher Weg ist auch durch Erfahrungen geprägt, die lange vor Studium, Forschung und Hochschullehre begonnen haben.

Ich komme nicht aus einer klassischen Akademikerfamilie. In meiner Familie gehören Landwirtschaft, Flucht und Vertreibung ebenso zur Geschichte wie die Erfahrung, dass Bildungswege nicht selbstverständlich offenstehen. Auch die Bedeutung von Sprache für Zugehörigkeit und Ausgrenzung habe ich früh erfahren. Vielleicht liegt darin ein Teil der Erklärung dafür, warum mich Fragen von Bildung, Chancengerechtigkeit, Sprache und Teilhabe bis heute beschäftigen.

Hinzu kamen persönliche Erfahrungen mit Krankheit und Verlust und damit, wie sehr solche Situationen Familien belasten können. Sie haben meinen Blick dafür geschärft, wie wichtig Unterstützung, respektvolle und empathische Kommunikation und ein professioneller Umgang mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen sind.

Wissenschaft und Vernunft sind für mich wichtige Grundlagen, um Zusammenhänge zu verstehen, Entscheidungen nachvollziehbar zu begründen und kritisch zu reflektieren. Gleichzeitig ist mir der Ausgleich wichtig: Kunst und Kreativität, Musik und Tanz – und die Freiheit, die ich bei langen Spaziergängen in der Natur finde.

Schwerpunkte meiner Arbeit

Kindliche Sprachentwicklung und Sprachentwicklungsstörungen

Ich forsche und lehre zu Sprachentwicklung, Sprachentwicklungsstörungen, semantisch-lexikalischer Entwicklung, Wortlernen und Mehrsprachigkeit sowie zu Diagnostik, Förderung und Therapie.

Linguistik, Psycholinguistik und Kommunikation

Ein zentraler Zugang meiner Arbeit liegt in der Analyse sprachlicher und kommunikativer Prozesse. Mich interessiert, wie Kinder Sprache erwerben, wie sich Wortschatz, Bedeutung und kommunikative Kompetenzen entwickeln und wie sprachliche Auffälligkeiten fachlich präzise beschrieben und erklärt werden können.

Familienbezogene und psychologische Perspektiven

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Familien Entwicklungsauffälligkeiten und Versorgungsprozesse erleben, welche Belastungen und Ressourcen dabei eine Rolle spielen und welche Informationen, Beratung und Begleitung sie benötigen.

Gesundheitskompetenz, Versorgung und professionelle Kommunikation

Ich beschäftige mich mit Gesundheitskompetenz, Navigation im Versorgungssystem, Elternberatung sowie mit professioneller und empathischer Kommunikation in Gesundheitsberufen. Dabei interessiert mich besonders, wie wissenschaftliche Evidenz, fachliche Expertise und die Perspektiven der Menschen miteinander verbunden werden können.

Lehre und wissenschaftliches Arbeiten

In meiner Lehre verbinde ich fachliche Grundlagen, empirische Forschung, methodisches Denken und eine klare Orientierung an guter wissenschaftlicher Praxis. Studierende sollen lernen, Sprache, Kommunikation und Entwicklung theoretisch fundiert, methodisch reflektiert und praxisnah zu analysieren.

Wissenschaft bedeutet für mich nicht nur, Erkenntnisse zu gewinnen. Sie sollte dazu beitragen, Bildung, Kommunikation und Versorgung besser zu verstehen und – dort, wo es möglich ist – weiterzuentwickeln.

Wissenschaftliches Engagement

Vorstand GISKID · institutionelle Vertretung im HVG · Fachgruppe Logopädie/Sprachtherapie im FBTT · Co-Leitung internationale AG Professionelle Gesundheitskompetenz · Mitarbeit an der S3-Leitlinie Sprachentwicklungsstörungen